Clean Eating braucht Clean Politics alt

Du fastest Zucker. Meidest Zusatzstoffe. Kaufst Bio.
Und doch lässt die Politik zu, dass Ackergifte in unser Wasser, unsere Luft und unsere Böden gelangen – und am Ende auch auf deinem Teller landen.

Doch du kannst etwas dagegen tun: Unterstütze jetzt unsere

Gemeinsam mit über 100 Organisationen und Einzelpersonen aus Bio-Branche, Wasserwirtschaft, Umweltschutz, Wissenschaft und Zivilgesellschaft stellen wir folgende konkrete politische Forderungen an die Bundesregierung: 

#1 – Zulassungsverfahren reformieren! 

Was läuft schief?
Obwohl wir in Europa das komplexeste Zulassungssystem für Pestizide haben, hat es akute Mängel und Lücken. Viele Risiken für Umwelt und Gesundheit werden gar nicht geprüft. Die Studien stammen von den Herstellern selbst – Unabhängigkeit Fehlanzeige. Prüfmethoden werden nur langsam oder gar nicht an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst.

Unsere Forderungen:
• Unabhängige Wissenschaft statt Konzernstudien
• Überarbeitung der Bewertungsleitlinien zur Risikobewertung
• Vorsorge statt Lücken: Gesundheit und Umwelt müssen an erster Stelle stehen

Fazit: Zulassungsverfahren müssen lückenlos, unabhängig und wissenschaftlich aktuell sein.

#2 – Pestizid-Luftmonitoring einführen! 

Was läuft schief?
Pestizide bleiben nicht auf dem Acker – sie kennen keine Grenzen. Ein Cocktail aus Wirkstoffen verbreitet sich unkontrolliert durch die Luft: bis in Städte, auf Spielplätze, in Gärten, Wälder und Schutzgebiete. Sogar im Hausstaub sind Pestizide nachgewiesen worden. Trotz wissenschaftlicher Belege wird die Verbreitung von Pestiziden über die Luft im Zulassungsverfahren bislang kaum berücksichtigt. Ein bundesweites Luftmonitoring wurde bereits 2015 angekündigt – umgesetzt ist es bis heute nicht.

Unsere Forderungen: 
• Sofortige Umsetzung eines bundesweiten, systematischen Luftmonitorings
• Regelmäßige und flächendeckende Messungen in Stadt, Land und Schutzgebieten
• Einbezug des Ferntransports in die Zulassungsverfahren

Fazit: Unsere Atemluft muss endlich vor Ackergiften geschützt werden.

#3 Transparenz beim Pestizideinsatz schaffen! 

Was läuft schief?
Niemand weiß, wann, wo und wie viel gespritzt wird. Landwirt:innen müssen ihre Spritzdaten zwar erfassen – doch Behörden werten sie nicht aus, veröffentlichen sie nicht und dürfen sie nach drei Jahren löschen. Wissenschaft, Öffentlichkeit und selbst die Politik tappen im Dunkeln. Dabei wünschen sich 78 % der Menschen in Deutschland: Transparenz über das, was auf den Feldern landet.

Unsere Forderungen:
• Ein zentrales, öffentlich zugängliches Pestizid-Register
• Transparenz statt Intransparenz: für Anwohner:innen, Wissenschaft und Politik


Fazit: Ohne Transparenz kein wirksamer Schutz, keine messbare Pestizid-Reduktion, kein Vertrauen.

#4 Schutz für Bio-Betriebe! 

Was läuft schief?
Bio-Betriebe betreiben aufwändige und engmaschige Kontrollen, denn sie müssen beweisen, dass ihre Lebensmittel unbelastet sind. Denn Pestizide können durch Abdrift und Ferntransport jederzeit auf ihre Flächen gelangen. Die Kosten für Monitoring, Analytik und kontaminierte Ernten tragen sie allein – über 100 Millionen Euro jährlich. Und das, obwohl Bio-Betriebe aktiv zur Gesundheit von Mensch, Boden und Umwelt beitragen. Während Bio-Betriebe für die Folgen von Pestiziden zahlen müssen, machen Pestizidkonzerne Kasse.

Unsere Forderungen:
• Schadensfonds für Bio-Betriebe und -Unternehmen
• Konsequentes Verursacherprinzip statt struktureller Benachteiligung
• Stärkung derer, die Umwelt und Gesundheit aktiv schützen

Fazit: Wer ohne Pestizide wirtschaftet, darf im Wettbewerb nicht benachteiligt werden.

#5 Eine risikobasierte Pestizid-Abgabe einführen! 

Was läuft schief?
Der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide verursacht hohe Folgekosten für Umwelt 
und Gesellschaft. Dennoch fehlt es an Anreizen für Landwirt:innen, den Einsatz zu 
reduzieren. Eine risikobasierte Abgabe kann das ändern: Studien zeigen, dass dadurch der Einsatz deutlich sinkt – ohne neue Verbote. Die Einnahmen sollten gezielt in den ökologischen 
Umbau der Landwirtschaft fließen und Bäuerinnen und Bauern unterstützen. So wird 
Biodiversität geschützt und schädliche Auswirkungen auf Umwelt, Klima und 
Gesundheit verringert.

Unsere Forderung:
• Einführung einer Pestizid-Abgabe als Lenkungsinstrument
• Internalisierung der Folgekosten
• Rückführung der Mittel in die Landwirtschaft

Fazit: Die Pestizid-Abgabe ist ein pragmatischer Hebel – für Bäuerinnen und Bauern, für unsere Umwelt und eine enkeltaugliche Zukunft.

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