Nicht hören, nicht sehen, nicht messen?!
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer schaut bei der Pestizid-Problematik weiter konsequent weg. Statt Risiken ernst zu nehmen, Pestizide zu reduzieren, gefährliche Stoffe zu verbieten und Daten offenzulegen, setzt das Ministerium auf Haushaltseinsparungen. Gefahren werden sprachlich beschönigt und die Bedenken von Umweltschützer:innen ignoriert. Nun will Rainer auch noch die Finanzierung der geplanten bundesweiten, staatlichen Pestizid-Luftkontrollen streichen – obwohl wir bereits mehrfach nachweisen konnten, dass Pestizide sich kilometerweit über die Luft verbreiten und bis in Wohngebiete, Schutzgebiete und auf Bio-Felder gelangen.
Die Gefahren durch Pestizide in unserer Luft verschwinden nicht, nur weil die Politik wegschaut.
Fordere mit uns: Die staatlichen Pestizid-Luftkontrollen dürfen nicht gestrichen werden!
Jetzt braucht es deine Stimme: Sende ein klares Signal nach Berlin: Clean Eating braucht Clean Politics.
Wir fordern mit – Stimmen aus unserem Bündnis
Starke Stimmen aus Bio-Branche, Wasserwirtschaft, Umweltschutz, Wissenschaft und Zivilgesellschaft fordern mit uns: Raus aus der Pestizid-Ära!
Ein deutliches Signal für die gesellschaftliche Dringlichkeit des Themas.

Prof. Dr. Beate Ritz
Professorin für Umwelt-Epidemiologie, University of California (UCLA) „Die Menschen haben ein Recht darauf zu erfahren, welche Gifte in ihrer Nachbarschaft gespritzt werden. Wenn man erlaubt, dass großflächig toxische Stoffe ausgebracht werden, dann hat die Bevölkerung ein Recht darauf zu wissen, was das ist, wann es gespritzt wurde und in welchen Mengen.“

Johannes Ehrnsperger
Inhaber, Geschäftsleitung Neumarkter Lammsbräu, Vorstand Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft „Pestizide gefährden unsere Böden, unser Trinkwasser und unsere Gesundheit. Wir haben bereits 77 % aller Fluginsekten verloren – sie sind unersetzlich. Dass Deutschland seine Ziele bei der Pestizidreduktion bislang nicht erfüllt, ist alarmierend. Wir brauchen schnelles und konsequentes Handeln.“

Stefan Voelkel
Geschäftsführer Voelkel GmbH, Vorstand Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft „Wir fordern mit, weil uns allen der Saft abgedreht wird, wenn natürliche Bestäuber ausfallen.“
Hintergrundinformationen
1. Wie verbreiten sich Pestizide über die Luft?
Pestizide bleiben nicht dort, wo sie ausgebracht werden. Sie verteilen sich in der Luft, können verdunsten, an Staubpartikel anhaften und mit dem Wind über weite Strecken weitergetragen werden. So landen sie auch auf Bio-Feldern, Spielplätzen, in Wohngebieten, Privatgärten und sogar in Schutzgebieten. Das konnten wir in mehreren eigenen Messprojekten nachweisen.
Hier mehr über unsere Messprojekte zu Pestiziden in der Luft erfahren
2. Warum ist die Verbreitung von Pestiziden über die Luft ein Problem?
Pestizide gelangen in Bereiche, in denen sie nicht eingesetzt werden und wo sie auch nichts zu suchen haben, wie zum Beispiel auf Bio-Felder und an Orte, an denen Kinder spielen. Was sich in unserer Atemluft befindet, können wir nicht selbst entscheiden. Pestizide in der Luft gefährden jedoch die menschliche Gesundheit und die Artenvielfalt und verunreinigen zudem Bio-Obst und -Gemüse. Und auch für die Wissenschaft und den Naturschutz ist das Wegsehen fatal. Solange nicht bekannt ist, welche Pestizide wo eingesetzt werden und wo sie tatsächlich landen, können Behörden und Politik weiter wegschauen. Mit einer soliden Datengrundlage fällt es deutlich leichter, notwendige Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Gesundheit zu ergreifen und die Verfrachtung von Pestiziden in Zulassungsprozesse zu integrieren.
3. Wen adressieren wir mit unseren Forderungen und warum?
Bundeslandwirtschaftsminister Rainer trägt die politische Verantwortung für die Finanzierung des Pestizid-Luftmonitorings. Wer den Schutz von Umwelt, Verbraucher:innen und landwirtschaftlichen Betrieben ernst nimmt, darf nicht ausgerechnet dort sparen, wo endlich Licht ins Dunkel gebracht werden könnte. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ist als Bundesbehörde zentral für die Zulassung und Bewertung von Pflanzenschutzmitteln. Frau Prof. Dr. Böl ist die Präsidentin des BVL. Deshalb erwarten wir, dass sie sich klar für ein wirksames, umfassendes und transparentes Monitoring einsetzt.
4. Wie lauten unsere Forderungen zur Umsetzung von staatlichen Pestizid-Luftkontrollen?
Damit bundesweite Pestizid-Luftkontrollen ihren Zweck erfüllen, müssen sie umfassend, realitätsnah und langfristig angelegt sein. Dazu gehören:
- Messung aller in der EU jemals zugelassenen Pestizidwirkstoffe – auch solcher, die nicht mehr auf dem Markt sind.
- Realistische Nachweisgrenzen, um auch niedrige Konzentrationen und Mehrfachbelastungen zuverlässig zu erfassen.
- Erhebung der Langzeit‑Exposition, um chronische Belastungen sichtbar zu machen.
- Berücksichtigung verschiedener Standortbedingungen, von Schutzgebieten bis hin zu spritzintensiven Sonderkulturen.
- Systematische Einbindung der verpflichtenden Aufzeichnungen von Landwirt:innen zu ihren Spritzeinsätzen.
- Dauerhafte personelle und finanzielle Ausstattung des Monitorings.
Es gibt bis heute kein staatliches Monitoring – aber es gibt Druck. Und er wächst. Mit deiner Stimme. Denn wer Pestizide zulässt, muss wissen, wo sie landen.
Häufige Fragen
- Warum ist meine Unterschrift wichtig?
Weil wir nur gemeinsam politischen Druck aufbauen können. Jede Stimme zeigt: Wir sind viele – und wir schauen genau hin. - Wer bekommt meine Daten?
Deine Daten werden ausschließlich für die Petition genutzt. Postleitzahl und Ort brauchen wir für die Zählung. Deine E-Mail-Adresse verwenden wir, um dir eine Bestätigungs-Mail (Double-Opt-In) zu senden – erst wenn du den darin enthaltenen Link klickst, wird deine Stimme gezählt. Das stellt sicher, dass jede Unterschrift echt ist und nicht automatisiert abgegeben wurde. - Was passiert mit den Unterschriften?
Wir bündeln alle Stimmen und übergeben sie an Landwirtschaftsminister Alois Rainer und fordern die Umsetzung der staatlichen Pestizid-Luftkontrollen: hinsehen statt wegschauen!
Eine gemeinsame Aktion mit dem Umweltinstitut München
Spenden
Unser Bündnis initiiert Forschungsprojekte, organisiert Veranstaltungen, spricht mit Politiker*innen und informiert Bürger*innen. Jeder Cent hilft uns, diese Arbeit weiterzuführen und eine enkeltaugliche Landwirtschaft voranzutreiben, Tag für Tag. Danke für deine Unterstützung!