Intensive Landwirtschaft mit Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden treibt das Artensterben und gefährdet unsere Artenvielfalt massiv
Und doch lässt die Politik zu, dass Ackergifte in unser Wasser, unsere Luft und unsere Böden gelangen und Schmetterlinge, andere Insekten und ihre Lebensräume weiter schädigen.
Jetzt braucht die Artenvielfalt deine Stimme. Sende ein klares Signal nach Berlin.
Wir fordern mit – Stimmen aus unserem Schwarm
Starke Stimmen aus Kunst & Kultur, Bio-Branche, Wasserwirtschaft, Umweltschutz, Wissenschaft und Zivilgesellschaft fordern mit uns: Raus aus der Pestizid-Ära!
Ein deutliches Signal dafür, wie breit der Ruf nach einem Ende der Pestizid-Ära inzwischen ist.

Biologe, DJ, Autor und Naturvermittler
„Das Insektensterben und die Biodiversitätskrise sind systemische Probleme,
die unsere Lebensgrundlage bedrohen. Deshalb sollten wir deren Haupttreiber angehen.
Der Einsatz von Pestiziden ist einer dieser Ursachen, daher fordern wir von der Politik,
auf Basis wissenschaftlicher Evidenzen, Gesetze zum Schutz der Biodiversität zu beschließen.“

Inhaber, Geschäftsleitung Neumarkter Lammsbräu, Vorstand Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft
„Pestizide gefährden unsere Böden, unser Trinkwasser und unsere Gesundheit. Wir haben bereits 77 % aller Fluginsekten verloren – sie sind unersetzlich. Dass Deutschland seine Ziele bei der Pestizidreduktion bislang nicht erfüllt, ist alarmierend. Wir brauchen schnelles und konsequentes Handeln.“

Geschäftsführer Voelkel GmbH, Vorstand Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft
„Wir fordern mit, weil uns allen der Saft abgedreht wird, wenn natürliche Bestäuber ausfallen.“
Mit unserem Offenen Brief an Landwirtschaftsminister Alois Rainer und Umweltminister Carsten Schneider fordern wir konkrete Maßnahmen für den Ausstieg aus der Pestizid-Ära.
Was läuft schief?
Obwohl wir in Europa das komplexeste Zulassungssystem für Pestizide haben, hat es akute Mängel und Lücken. Viele Risiken für Umwelt und Gesundheit werden gar nicht geprüft. Die Studien stammen von den Herstellern selbst – Unabhängigkeit Fehlanzeige. Prüfmethoden werden nur langsam oder gar nicht an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst.
Unsere Forderungen:
• Unabhängige Wissenschaft statt Konzernstudien
• Überarbeitung der Bewertungsleitlinien zur Risikobewertung
• Vorsorge statt Lücken: Gesundheit und Umwelt müssen an erster Stelle stehen
Fazit: Zulassungsverfahren müssen lückenlos, unabhängig und wissenschaftlich aktuell sein.
Was läuft schief?
Pestizide bleiben nicht auf dem Acker – sie kennen keine Grenzen. Ein Cocktail aus Wirkstoffen verbreitet sich unkontrolliert durch die Luft: bis in Städte, auf Spielplätze, in Gärten, Wälder und Schutzgebiete. Sogar im Hausstaub sind Pestizide nachgewiesen worden. Trotz wissenschaftlicher Belege wird die Verbreitung von Pestiziden über die Luft im Zulassungsverfahren bislang kaum berücksichtigt. Ein bundesweites Luftmonitoring wurde bereits 2015 angekündigt – umgesetzt ist es bis heute nicht.
Unsere Forderungen:
• Sofortige Umsetzung eines bundesweiten, systematischen Luftmonitorings
• Regelmäßige und flächendeckende Messungen in Stadt, Land und Schutzgebieten
• Einbezug des Ferntransports in die Zulassungsverfahren
Fazit: Unsere Atemluft muss endlich vor Ackergiften geschützt werden.
Was läuft schief?
Niemand weiß, wann, wo und wie viel gespritzt wird. Landwirt:innen müssen ihre Spritzdaten zwar erfassen – doch Behörden werten sie nicht aus, veröffentlichen sie nicht und dürfen sie nach drei Jahren löschen. Wissenschaft, Öffentlichkeit und selbst die Politik tappen im Dunkeln. Dabei wünschen sich 78 % der Menschen in Deutschland: Transparenz über das, was auf den Feldern landet.
Unsere Forderungen:
• Ein zentrales, öffentlich zugängliches Pestizid-Register
• Transparenz statt Intransparenz: für Anwohner:innen, Wissenschaft und Politik
Fazit: Ohne Transparenz kein wirksamer Schutz, keine messbare Pestizid-Reduktion, kein Vertrauen.
Was läuft schief?
Bio-Betriebe betreiben aufwändige und engmaschige Kontrollen, denn sie müssen beweisen, dass ihre Lebensmittel unbelastet sind. Denn Pestizide können durch Abdrift und Ferntransport jederzeit auf ihre Flächen gelangen. Die Kosten für Monitoring, Analytik und kontaminierte Ernten tragen sie allein – über 100 Millionen Euro jährlich. Und das, obwohl Bio-Betriebe aktiv zur Gesundheit von Mensch, Boden und Umwelt beitragen. Während Bio-Betriebe für die Folgen von Pestiziden zahlen müssen, machen Pestizidkonzerne Kasse.
Unsere Forderungen:
• Schadensfonds für Bio-Betriebe und -Unternehmen
• Konsequentes Verursacherprinzip statt struktureller Benachteiligung
• Stärkung derer, die Umwelt und Gesundheit aktiv schützen
Fazit: Wer ohne Pestizide wirtschaftet, darf im Wettbewerb nicht benachteiligt werden.
Was läuft schief?
Der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide verursacht hohe Folgekosten für Umwelt
und Gesellschaft. Dennoch fehlt es an Anreizen für Landwirt:innen, den Einsatz zu
reduzieren. Eine risikobasierte Abgabe kann das ändern: Studien zeigen, dass dadurch der Einsatz deutlich sinkt – ohne neue Verbote. Die Einnahmen sollten gezielt in den ökologischen
Umbau der Landwirtschaft fließen und Bäuerinnen und Bauern unterstützen. So wird
Biodiversität geschützt und schädliche Auswirkungen auf Umwelt, Klima und
Gesundheit verringert.
Unsere Forderung:
• Einführung einer Pestizid-Abgabe als Lenkungsinstrument
• Internalisierung der Folgekosten
• Rückführung der Mittel in die Landwirtschaft
Fazit: Die Pestizid-Abgabe ist ein pragmatischer Hebel – für Bäuerinnen und Bauern, für unsere Umwelt und eine enkeltaugliche Zukunft.
Einen Plan für den Ausstieg gibt es bis heute nicht. Aber der Widerstand wächst. Mit Deiner Stimme. Für Artenvielfalt. Für lebendige Landschaften. Für ein Ende der Pestizid-Ära.
Unser Bündnis initiiert Forschungsprojekte, organisiert Veranstaltungen, spricht mit Politiker*innen und informiert Bürger*innen. Jeder Cent hilft uns, diese Arbeit weiterzuführen und eine enkeltaugliche Landwirtschaft voranzutreiben, Tag für Tag. Danke für deine Unterstützung!