Pestizide werden in Kontaktgifte und systemisch wirkende Gifte unterschieden. Kontaktgifte werden oberflächlich auf Pflanzen oder Pflanzenteile aufgetragen und dringen nicht in die Pflanze ein, wirken also von außen. Systemisch wirkende Pestizide werden über die Wurzeln oder Spaltöffnungen der Blätter aufgenommen und verteilen sich in der gesamten Pflanze. Mit systemischen Insektiziden werden Insekten bekämpft, die Pflanzenteile fressen oder Pflanzensaft saugen. Systemische Herbizide stören biochemische Prozesse der unerwünschten Pflanzen und systemische Fungizide schützen vor Pilzinfektionen oder stoppen diese.

Systemische Pestizide werden jedoch auch von Nicht-Zielorganismen aufgenommen, beispielsweise bestäubenden Insekten, die den Nektar sammeln. Zu den systemischen Pestiziden gehören das Herbizid Glyphosat oder die Wirkstoffklasse der Neonicotinoide, die sehr schädlich für Insekten – insbesondere Bienen – sind. Im Jahr 2021 wurden einige Neonicotinoide daher in der EU verboten. 

Systemische Pestizide können nicht abgewaschen werden, da sie sich nicht auf der Oberfläche, sondern in den Pflanzen selbst befinden. Wir nehmen sie also über die Nahrung auf.

Quellen:
https://www.deutschlandfunk.de/pestizide-studie-grosse-gefahr-durch-systemische-100.html
https://umweltstiftung-greenpeace.de/projekte/%C3%BCbersicht-themenfonds/die-task-force-systemische-pestizide/
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/pestizide/24125.html
https://umweltinstitut.org/landwirtschaft/pestizide-gifte-in-unserer-umwelt/