Der integrierte Pflanzenschutz ist eine Strategie, bei der der Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide im Ackerbau auf ein notwendiges Minimum beschränkt wird. Damit das gelingt, sollen vorrangig indirekte Pflanzenschutzmaßnahmen angewandt werden, wie Fruchtfolgen, geeignete Sortenwahl und die Anlage von Blühstreifen. Erst nach diesen vorbeugenden Maßnahmen darf zum Beispiel mit mechanischer Unkrautbekämpfung oder dem Einsatz von Nützlingen gearbeitet werden. Nur, wenn auch diese Methoden nicht ausreichend sind, werden chemisch-synthetische Pestizide angewendet. Schadschwellen helfen bei der Beurteilung, ob diese Maßnahme gerechtfertigt ist. 

Seit 2021 müssen Landwirte in Deutschland nachweisen, dass sie den Integrierten Pflanzenschutz anwenden. Was in der Theorie gut klingt, wird jedoch in der Praxis viel zu selten umgesetzt, da chemisch-synthetische Pestizide häufig als die einfachste und günstigste Option gesehen werden. Oftmals werden diese sogar präventiv eingesetzt, zum Beispiel bei der Beizung von Saatgut.

Quellen:
www.nap-pflanzenschutz.de/integrierter-pflanzenschutz/
https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/umweltgifte/Umweltgifte-Broschuere-Pestizidalternativen-Ansicht.pdf
https://umweltinstitut.org/wp-content/uploads/2023/01/20230125_Umweltinstitut_Auswertung-Pestizideinsatz-im-Apfelanbau-1.pdf